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Alles über den NUTRI-SCORE

© BMEL/Janine Schmitz/photothek.net

Kritik und Lob - der NUTRI-SCORE hat Vor- und Nachteile...

Der Nutri-Score wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hoch gelobt. Seit Herbst 2019 hat das Ministerium am Nutri-Score gefeilt und im Jahr 2020 dann endlich auf den Weg gebracht. Jetzt scheint es bald so weit zu sein und der Nutri-Score soll flächendeckend zum Einsatz kommen. Dieses Ampelsystem, auf unseren Lebensmitteln, soll für mehr Transparenz sorgen. Doch ob die Hersteller den Nutri-Score überhaupt nutzen werden? Zwar kann der Nutri-Score nun rechtssicher eingesetzt werden, ob er aber überhaupt aufs Produkt gelangt, entscheidet der Produzent selbst. Die Verwendung ist nämlich freiwillig. Und das ist auch das Problem…

Was genau ist der NUTRI-SCORE überhaupt?

Gesünder einkaufen wollen wir alle. Ein weiteres Siegel auf unseren Produkten eher nicht. Der Nutri-Score ist der Versuch zur Kenntlichmachung der Nährwertqualität eines Produktes. Durch ein Ampelsystem, soll es dem Käufer auf einen Blick möglich sein, Produkte schneller miteinander zu vergleichen. Das neue Label hat eine 5-stufige Farbskala von A bis E. Die Skala zeigt die Nährqualität des Produktes an. Vom dunkelgrünen A bis zum roten E gibt es ernährungsphysiologisch „bessere“ und „schlechtere“ Lebensmittel, die so ausgewiesen werden. Hoher Energiegehalt, Zucker, Salz und gesättigte Fettsäuren werden abgestraft. Hingegen wirken sich Ballaststoffe, Eiweiße, Nüsse, Obst und Gemüse positiv auf den Rang des Nutri-Scores aus. 

Die Lebensmittelampel wurde im Max-Rubner-Institut mit einem Nutri-Score-Algorithmus versehen, welcher ausschlaggebend die Einteilung in „gute“ und in „schlechte“ Lebensmittel vornehmen wird. Doch genau hier findet sich ein erheblicher Kritikpunkt am neuen Nutri-Score: Ein Label kann niemals alle Dimensionen eines Nahrungsmittels abbilden. Eine Fairtrade-Bio-Cola kann dadurch im Nutri-Score eine schlechtere Bewertung erhalten, als eine Cola in der Light-Version. Deshalb sind auch große Biounternehmen mit dem Nutri-Score nicht ganz zufrieden. 

Die Vor- und Nachteile des NUTRI-SCORES im Überblick:

Übersichtlich

Der Nutri-Score dient als Orientierungshilfe, um die Ernährungsqualität eines Produktes schnell einzuschätzen. Er erleichtert daher die intuitive Entscheidung für oder gegen ein Produkt. Faire Herstellung bzw. ökologische Gesichtspunkte werden allerdings hier nicht angebildet!

Gute Erfahrung

Unser Nachbarland Frankreich hat 2017 den Nutri-Score eingeführt und damit generell eher gute Erfahrungen gemacht. Auch Belgien, Spanien, Portugal, die Schweiz und Luxemburg nutzen das Label seit einigen Jahren.

Lebensmittel "könnten" gesünder werden...

Theoretisch kann der Nutri-Score dazu beitragen, dass Hersteller ihre Rezepte verändern und die Zusammensetzung ihrer Produkte optimieren, um einen besseren Wert auf der Skala des Nutri-Scores zu erhalten.

Verbraucherfreundlich

Laut einer Studie unter Verbrauchern, hat der Nutri-Score deutlich als bestes von vier Modellen abgeschnitten. Die Befragten lobten hierbei die schnelle Vergleichbarkeit und den intuitiven Umgang mit dem neuen Ampelsystem.

© BMEL/Photothek/Janine Schmitz

Zusatzstoffe werden nicht berücksichtigt

Zusatzstoffe, wie Geschmacksverstärker, Süßstoffe oder Aromen, berücksichtigt der Nutri-Score nicht. Hersteller könnten die Bewertung ihrer Produkte dadurch verbessern, dass sie mehr Zusatzstoffe einsetzen, um beispielsweise den Fettanteil zu verringern.

Freiwilligkeit

Das vielleicht größte Problem am Nutri-Score ist die Freiwilligkeit. Wir müssen hoffen, dass Unternehmen ihre Produkte testen lassen und den Nutri-Score auf ihre Produkte packen. Unternehmen könnten aber auch nur diejenigen Produktsegmente kennzeichnen, die einen "grünen" Score (A oder B) erhalten – während sie auf weniger gesunden Produkten entsprechende Hinweise weglassen.

Der große Wurf ist der Nutri-Score offensichtlich nicht. Viele Verbraucher, Verbände und Unternehmen kritisieren den Nutri-Score nicht zu Unrecht. Die Kriterien sollten viel strenger gehandhabt werden und das „Durchmogeln“ nicht möglich sein. Verwundert stellt man also als Verbraucher fest, dass Produkte gar nicht so schlecht abschneiden, von denen man sonst einen weiten Bogen gemacht hätte. Was bleibt also am Ende übrig? Ein gutgemeintes aber schlecht gemachtes Ampelsystem? Jein. Die Startschwierigkeiten sind da und die Kritiken sind zum Teil berechtigt. Daher sollte man schnell auf die Bedenken der Kritiker eingehen, anstatt den Sinn des ganzen Projekts zu hinterfragen. Denn der Kerngedanken des Nutri-Scores – eine simple Empfehlungsampel für „bessere“ Lebensmittel zu machen – ist gar nicht mal so schlecht. 

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Welche Unternehmen sind für und welche gegen den Nutri-Score?

Auch wenn der Nutri-Score freiwillig ist und er es offensichtlich auch bleibt, gibt es einige große Unternehmen, welche die Lebensmittelampel bereits nutzen oder sie schnellstmöglich auf ihre Produkte bringen wollen: Lidl und Aldi möchten beide auf ihren Eigenmarken das Ampelsystem anbringen. Auch die Produkte von Iglo, Bonduelle, Danone oder die TK-Pizzen von Wagner sind teilweise bereits damit versehen oder werden zeitnah mit dem Nutri-Score gekennzeichnet sein. Auch der amerikanische Großunternehmer McCain oder auch Bofrost haben bereits Interesse angemeldet. Bei den veganen oder vegetarischen Lebensmitteln, konnten wir bisher nur Alpro und die Nestle Eigenmarke Garden Gourmet positiv recherchieren. 

Ein klarer Gegner des Nutri-Scores ist der weltweit, größte Getränkelieferant, die Coca Cola-Company. Die Verbraucherzentrale in Hamburg hat die berühmte Cola bereits durch den Algorithmus des Nutri-Scores-Computer gejagt und versteht die Vorbehalte des Konzerns. Ein rotes E (die schlechteste Kategorie) müsste auf alle Flaschen deklariert werden. Kein Wunder also, dass Coca Cola hier nicht mitspielen will.

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